Die Weende, die Burg Plesse und der Grebenberg – Kurzversion

Kurztext die Weende
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Kurztext Plesse und Grebenberg

Die Weende

Der Bach, der an Ihrem Standort westlich des Radweges entlang fließt, heißt Weende. Er entspringt einer Quelle am nordöstlichen Rand des gleichnamigen Göttinger Stadtteils. Der Bach- und Ortsname “Weende” bedeutet ursprünglich Weideland, Weideplatz und lässt darauf schließen, dass es in der Vergangenheit an dieser Stelle vermutlich viel Grünland gab.

Während die Weende früher in vielen Windungen durch das Tal floss, umsäumt von Bäumen und Gehölzen, mit feuchten Auengebieten und einer Vielzahl an Tieren und Pflanzen, zeigt sich Ihnen heute ein ganz anderes Bild: Der Verlauf ist gerade und erinnert an einen Wassergraben. Die Ufer sind befestigt und nur noch spärlich bewachsen, so dass hier erheblich weniger Tier- und Pflanzenarten als früher zu finden sind.

Aufgrund ihrer nur kurzen Fließstrecke von 9,4 Kilometern zwischen der Quelle und der Mündung in die Leine weist die Weende jedoch eine gute Wasserqualität und eine niedrige Temperatur auf. Da kaltes Wasser viel Sauerstoff enthält, bietet der Bach gute Lebensbedingungen für Fischarten wie Elritze, Groppe und Gründling. In Abschnitten mit steinigem Untergrund finden sich zudem Larven von Insektenarten, die sich im Wasser entwickeln. Dazu zählen z.B. die Stein- und die Köcherfliege. Weiterhin sind Graureiher und manchmal auch der Silberreiher zu sehen. An Pflanzen sind im Wasser u.a. das Bachehrenpreis, die Brunnenkresse und der Wasserstern zu entdecken.

 

Die Burg Plesse und der Grebenberg

Wenn Sie in südöstliche Richtung schauen, fallen Ihnen sicher als erstes die beiden Türme der Burgruine Plesse auf. Hierbei handelt sich um die Reste einer hochmittelalterlichen Burg deren Ursprünge bis in das Jahr 1015 zurückreichen. Sie liegt auf einem 350 Meter hohen Felssporn aus hellem Muschelkalk. Daher resultiert vermutlich auch der Name, der sich vom Wort „Blässe“ = „helle Stelle“ ableitet.

Ein Abstecher zur Ruine lohnt sich auf jeden Fall, ist allerdings mit einem erheblichen Anstieg auf der Zufahrtsstraße verbunden und daher auch zeitaufwendig. Die Aussicht vom gut erhaltenen großen Turm über das Leinetal ist überwältigend.

In nordöstlicher Richtung vom Standort ist in unmittelbarer Nähe zur Ortschaft Angerstein der 202 Meter hohe Grebenberg zu sehen. Während er im nördlichen Gipfelbereich mit dunklen Schwarzkiefern bewachsen ist, fällt an seiner Südwestflanke ein großer weitgehend offener Bereich auf. Hier befand sich bis 1980 ein Steinbruch zum Abbau von Kalkgestein. Das Wort „Greben“ im Namen des Bergs lässt sich am ehesten von „graben“ herleiten. Dies weist darauf hin, dass schon früh nach Kalk gegraben wurde, um ihn als Werkstein zu verwenden.

Aus geologischer Sicht stellt der Grebenberg eine Besonderheit dar: Er ist dadurch entstanden, dass die ursprünglich aufliegenden Muschelkalkschichten des im Hintergrund gut zu sehenden 260 Meter hohen Maibergs in den Leinegraben abgerutscht und hier als kleiner Berg liegen geblieben sind.

Nach Beendigung des Kalkabbaus wurde der Steinbruch wieder aufgefüllt, wobei als obere Schicht kalkhaltiges Material verwendet wurde. So konnte sich im Laufe der letzten Jahrzehnte eine Trockengrasvegetation mit einzelnen Dornenbüschen entwickeln, die eine einzigartige Tier- und Pflanzenwelt beherbergt.