Die Godehardbrücke

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 Kurztext Godehardbrücke
GPS-Koordinaten:
51° 32′ 26,9″ N
9° 55′ 9,7″ O
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Die Godehardbrücke

Die revitalisierte Leine südlich der Brücke im Mai
Die revitalisierte Leine südlich der Brücke im Mai

 

Nördlich Ihres Standortes überquert die Godehardrücke die Leine. Südlich dieses Bauwerks weist das Flussbett einen reich gegliederten Verlauf auf, während die Leine nördlich davon durch ihr gerades, eintöniges und strukturarmes Hochwasserbett fließt. Wenn Sie genügend Zeit haben, schauen Sie sich die Unterschiede von der Brücke aus einmal genau an. Nördlich der Brücke mündet auch der Leinekanal, der zur Entwässerung des Stadtgebietes von Göttingen dient, in die Leine. In diesem Bereich befindet sich in nordöstlicher Richtung (ca. 70 m von der Brücke entfernt) auch ein Absperrbauwerk mit einem Schöpfwerk, mit dem im Hochwasserfall bei geschlossenem Sperrbauwerk 9 m3/s aus dem Kanal auf die Hochwasser führende Leine gehoben werden kann.

Der Durchfluss der Leine durch das Göttinger Stadtgebiet hat zur Folge, dass Gewerbeflächen, Wohnbebauung und Kleingärten unmittelbar an die Deiche des Hochwasserbetts angrenzen. Immer wieder war die Stadt Göttingen daher von Überschwemmungen durch die Leine betroffen. Eines der schwersten Hochwasserereignisse in der Geschichte der Region, mit einem Abfluss von 287 m3/s (mittlerer Hochwasserabfluss 56,1 m3/s) ereignete sich im Juni 1981. Der Leinepegel erreichte dabei mit 3,84 Metern seine Höchstmarke. Der Fluss nahm im Stadtgebiet die gesamte Breite des Leinebetts ein und es kam durch örtliche Überströmungen der Leinedeiche zu Überschwemmungen. Dramatischer war die Lage in den Landkreisen Göttingen und Northeim, in denen Katastrophenalarm ausgelöst wurde. Hier waren Menschen von den Fluten eingeschlossen, Keller liefen voll und Kleinvieh ertrank in den Ställen.

Als Reaktion auf dieses Hochwasserereignis wurden daher auf einer Fließstrecke von etwa 5 Kilometern im Zeitraum zwischen 2001 und 2013 im Stadtgebiet von Göttingen umfangreiche Hochwasserschutzmaßnahmen umgesetzt. Dabei wurden neben einer Erhöhung der Deiche weitere bauliche Maßnahmen wie z.B. die Errichtung von Hochwasserschutzmauern durchgeführt. Als Ausgleichsmaßnahme zu diesen Eingriffen wurde gleichzeitig ein 1050 Meter langer Teilabschnitt der Leine renaturiert. Neben der Entfernung von Uferbefestigungen erfolgte die Erweiterung und Gestaltung des Abflussprofils, verbunden mit der Schaffung von Kies- und Röhrichtflächen. Anpflanzungen von Bäumen sollen zur weiteren Strukturierung der Leineufer beitragen. Auch flussnahe Wege wurden erhöht und teilweise verlegt. So zeigt die Leine südlich der Brücke heute einen gewundenen Verlauf mit flachen Kiesbereichen, aus denen auch eine Insel hervorgeht. Die Flussufer und die Insel sind üppig bewachsen. In großen Beständen überzieht die im Mai gelb blühende Wasser-Sumpfkresse (Rorippa amphibia (L.) Besser) weite Uferbereiche. In den Sommermonaten fallen besonders der Rohrkolben und das Schilf auf. Charakteristisch für den Rohrkolben (Typha L.) sind die zweigeteilten Ähren am Ende des Stängels, die aus einem braunen kolbenförmigen Teil mit weiblichen Blüten und einem darüber befindlichen dünnen Endabschnitt mit männlichen Blüten bestehen.

Weitere auffällige Pflanzen sind z.B. der violett blühende Blutweiderich (Lythrum salicaria L.) und das weiß blühende Mädesüß (Filipendula ulmaria (L.) Maxim.).
An einigen Stellen wachsen erste Weiden- und Erlenbäume, die als Pionierbaumarten besonders schnell auf freien Flächen Fuß fassen können. Um das Abfließen eines eventuellen Hochwassers nicht zu behindern, müssen diese allerdings in regelmäßigen Abständen wieder entfernt werden.

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