Der Göttinger Kiessee

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 Kurztext Göttinger Kiessee
GPS-Koordinaten:
51° 30′ 52,3″ N
9° 55′ 23,0″ O
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Der Göttinger Kiessee

Kanufahrer vor dem Restaurant
Kanufahrer vor dem Restaurant

 

Westlich Ihres Standorts liegt der Göttinger Kiessee. In südöstlicher Richtung ist in ca. 400 m Entfernung eine Stauanlage zu sehen von der aus ein schmaler Kanal (die Flüthe) östlich des Sees verläuft. Im Süden des Sees wurde 2011 eine ehemalige Ackerfläche in einen neuen naturnahen Naherholungsbereich umgestaltet. In diesem Zusammenhang wurde auch ein zweiter schlängelnder (mäandrierender) Zulauf zum See geschaffen, der sich zu einem artenreichen Feuchtbiotop entwickeln soll.

Der Göttinger Kiessee ist durch den Abbau von Kiesen entstanden, die vom Ende des 19. Jahrhunderts bis 1955 abgebaut wurden. Die Kiese (Niederterassenschotter) entstammen quartären Ablagerungen des Pleistozäns. Überdeckt waren diese Kiese und z. T. schluffigen Sande von einer geschlossenen Auelehmdecke, die sich im anschließenden Holozän bildete. Auf Grund seiner Lage im Grundwasserkörper der Leine füllt sich der See immer von selbst auf. Daneben gibt es vier oberflächliche Zuflüsse aus der Leine.

Der See ist ca. 800 Meter lang, maximal 300 Meter breit (ca. 15 ha) und besitzt eine Tiefe von 1,40 bis 2,0 Meter. Bereits 1930 sollten die damals städtischen Kiesgruben zu einer großen Wassererholungsfläche umgestaltet werden, aber ein Jahr später wurde der Plan erst einmal wieder aufgegeben. Nach dem Ende des unrentabel gewordenen Kiesabbaus wurde das Gelände dann in den 50er Jahren in ein Naherholunsgebiet umgewandelt. Die heute sichtbare Wasserfläche entstand 1958 durch die Vereinigung zweier ehemals getrennter Kiesgruben.

Der Göttinger Kiessee mit seinem umgebenden parkähnlichen Gelände gehört mittlerweile zu einer der bedeutendsten Freizeitanlagen Göttingens. Auf einem ca. 2,5 Kilometer langen Weg kann der See umrundet werden. Das Gelände bietet Ihnen Möglichkeiten zum Picknicken, Sonnenbaden, Ballspielen oder Joggen; für Kinder sind Spielplätze (u.a. mit einem Spielschiff) vorhanden. Auf dem See kann man rudern, paddeln, segeln oder Tretboot fahren, in kalten Wintern Eis laufen. Ein Restaurant/Cafe´ (Restaurant „Haus am See“, www.tr-hausamsee.de) bietet zudem eine Möglichkeit zur Einkehr. Am Nordufer des Sees befindet sich Station 9 des Wasserlehrpfades Stegemühle, an der über den Lebensraum See/Teich informiert wird.

Im südlichen Teil des Sees befindet sich die Vogelinsel, die dicht mit Bäumen bestanden ist und nicht betreten werden darf. Am See kommen regelmäßig folgende Brutvögel vor: Stockente, Höckerschwan, Blässhuhn, Haubentaucher, Graugans, Teichrohrsänger, Graureiher und Eisvogel; als Zuggäste, Silberreiher, Kormoran, Gänsesäger und Zwergtaucher. Neben zahlreichen Fischen im See lassen sich dort auch -vermutlich Nachfahren von ausgesetzten Tieren- einige Schmuckschildkröten entdecken.

Im Süden des Sees befinden sich die Leineauen, in denen heutzutage intensiv Landwirtschaft betrieben wird.

Hochwasser(schutz)

Im Süden des Sees befinden sich das Flüthe- und das Leinewehr (Station 4 des Wasserlehrpfades Stegemühle), die zusammen eine funktionelle Einheit bilden. Mit dem Leinewehr wird der maximale Abfluss der Leine auf 20 m3/s begrenzt. Übersteigt die Wassermenge diesen Wert, wird das Wasser über das Flüthewehr abgeschlagen und über die Flüthe (als Flüte mundartlich Vlöte für fließendes Gewässer bezeichnet man entweder kleine natürliche Wasserläufe oder künstlich angelegte Gräben) abgeleitet. Am Nordostufer des Sees besteht zudem eine Ausgleichseinrichtung zwischen der Flüthe und dem See, über die bei Bedarf Wasser zugeführt werden kann. Dadurch kann die Gefahr von Hochwasser in der Göttinger Innenstadt, in Bovenden und Nörten-Hardenberg minimiert werden.

Göttinger Trinkwasser:

Das Göttinger Trinkwasser speist sich (seit 1980) aus den drei eigenen Quellen Stegemühle, Gronespring (Springmühle) und Weendespring mit Anteilen von 20 % und einem 80 %-igen Anteil von Oberflächenwasser aus der Sösetalsperre bei Osterode am Harz. Dieses Wasser wird über eine 35 km lange Transportwasserleitung über Osterode, Katlenburg, Northeim, Nörten-Hardenberg und Bovenden bis nach Göttingen ins Wasserwerk Weendespring geleitet. In drei eigens dafür errichteten Mischstationen am Weendespring, am Gronespring und am Schillerplatz wird das Wasser in einem aufwändigen Prozess gemischt und von dort zu den VerbraucherInnen weitergeleitet. Wird beim Grone- und Weendepring Quellwasser gewonnen, liefert die Stegemühle Grundwasser, das durch die Versickerung von Niederschlagswasser in den Untergrund entsteht. Dabei wird es durch die Passage der oberen Bodenschichten (Auelehme) natürlich gefiltert. Unter den Auelehmen befinden sich porenreiche Kies- und Schotterschichten (Grundwasserleiter), in denen sich das Wasser anreichert, bis es auf darunter liegende undurchlässige Ton- und Mergelschichten (Grundwasserstauer) trifft. Früher wurden zur Trinkwassergewinnung auf dem Gelände des Wasserwerks Stegemühle Sickerbecken angelegt, in die auch Leinewasser aus dem Mühlengraben geleitet und dadurch nach Filterung durch die Bodenpassage zusätzliches Grundwasser zur Trinkwassergewinnung angereichert wurde.

Im Wasserwerk Stegemühle (Station 6 des Wasserlehrpfades Stegemühle) können mit Hilfe von zwei Laufwasserturbinen jährlich bis zu 450.000 kWh regenerative Energie erzeugt werden.

Standort